Tagestrip oder Wochenreise Wie viele Tage soll ich für Krakau einplanen?

Mihai Lucîț | CC BY 2.0)

Krakau gilt als die schönste Stadt Polens. Darüber lässt sich natürlich streiten, aber Tatsache ist: Krakau wurde vor den Zerstörungen des II. Weltkriegs verschont, die Innenstadt ist größtenteils noch so erhalten, wie sie in den Jahrhunderten seit dem Mittelalter gebaut wurde. Krakau liefert ein harmonisches Stadtbild, für Besucher gibt es viele Sehenswürdigkeiten und interessante Ecken zu entdecken.

Krakau an einem Tag

Viele Leute werden sagen, Krakau an einem Tag zu sehen sei unmöglich. Doch es geht. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Innenstadt liegen so nah beieinander, dass du sie zu Fuß erreichen kannst. Die Entdeckungsreise beginnt am besten am Marktplatz. Er wird von der Marienkirche dominiert. Die Kirche mit ihren zwei ungleich hohen Türmen ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Du solltest unbedingt tagsüber zur vollen Stunde auf den Marktplatz kommen. Dann spielt vom Kirchturm ein Trompeter eine Melodie nacheinander aus den Fenstern in alle vier Himmelsrichtungen. Die Melodie bricht plötzlich ab – damit wird daran erinnert, dass der Trompeter, der Krakau vor dem Überfall der Tataren warnen sollte, beim Spielen 1241 von einem tatarischen Pfeil getroffen wurde.

Ein weiteres bemerkenswertes Gebäude auf dem Marktplatz sind die Tuchhallen. Sie stehen in der Mitte des Platzes und beherbergen heute Geschäfte und Cafés. Apropos Café: Am Marktplatz und in den kleinen Gassen um den Marktplatz gibt es genügend Restaurants, in denen du dich mit einem polnisches Gericht wie Bigos oder Chłodnik stärken kannst, bevor du dich auf den Weg zum nächsten Highlight machst.

Der Wawel ist das ehemalige Königsschloss. Schon von weitem ist er durch seine bunten Dächer erkennbar. Die zum Schloss gehörenden Bauten wie die Kathedrale oder die Burgmauern stammen aus unterschiedlichen Epochen und zeigen, wie wohlhabend Krakau einst war. Unten am Burghügel befindet sich die Wawel-Höhle, in der laut Legende ein Drache gewohnt hat, der die Stadt terrorisierte. Vor der Höhle befindet sich eine Statue des Drachen, die gelegentlich Feuer speit.

Für einen Tag in Krakau reichen diese Sehenswürdigkeiten. Jetzt bleibt nur noch, in den Straßen der Altstadt ein nettes Restaurant oder eine Bar zu finden und den Tag ausklingen zu lassen.

Krakau in 2-3 Tagen

Außer dem Marktplatz und dem Wawel hat Krakaus Innenstadt noch viel mehr zu bieten, wenn du ein bisschen Zeit mitbringst. Wer sich für Architektur und Kunst interessiert, sollte sich die Marienkirche von innen ansehen. Das reich geschmückte Gotteshaus ist beeindruckend. Der geschnitzte Hochaltar stammt von Veit Stoß. Er ist eines der Hauptwerke des Bildhauers aus der Renaissance. Aber Achtung beim Fotografieren: dafür wird eine zusätzliche Gebühr erhoben!

Und wenn wir schon bei den Kirchen sind – Krakau hat einen weiteren Schatz aufzuweisen, den jedoch fast niemand kennt. Es ist die Franziskanerkirche. Sie steht unscheinbar an einer vielbefahrenen Straße. Ihr Inneres ist aber überwältigend und dazu kostenlos zu besichtigen. Die Malereien an den Wänden stammen vom Jugenstil-Künstler Stanisław Wyspański. Es heißt, die Kirchenherren seien mit der Malerei nicht zufrieden gewesen, weil sie so ungewöhnlich und einer Kirche in ihren Augen nicht angemessen war. Aber sie sind bis heute erhalten und auf jeden Fall toll. Bunte Linien und Muster schlängeln sich an den Säulen und Deckengewölben, dazu kommen dunkle Nischen mit Bildern und bunte Glasfenster.

Krakau in 3-4 Tagen

Wenn du nach Krakau kommst, solltest du aber nicht nur die architektonischen Denkmäler besuchen. Die Kultur ist genauso wichtig. Im jüdischen Viertel Kazimierz findest du einen Teil der polnischen Vergangenheit und Gegenwart. Dort befinden sich mehrere Synagogen und einige urige Cafés, die die jüdische Kultur erlebbar machen.

Die Geschichte Krakaus kannst du auch im unterirdischen Museum Muzeum Podziemne unter dem Marktplatz kennenlernen. Es lohnt sich, ein paar Stunden dort unten zu verbringen und die Fundamente und Hütten aus dem Mittelalter zu betrachten, zu sehen, wie die Werkstätten damals aussahen, und nachgestellte Szenen aus dem Leben der Krakauer mit Ton zu erleben.

Krakau in einer Woche

Wenn du etwas länger in Krakau bleibst, solltest du dich unbedingt aus der Stadt heraus wagen. Etwa 15 Kilometer südlich befindet sich das berühmte Salzbergwerk Wieliczka. Es ist wirklich interessant, zu sehen, wie schon seit dem Mittelalter dort Salz abgebaut wurde. Und wenn du auch die deutsche Geschichte in Krakau suchst, wirst du bei einem Tagesausflug zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau fündig. Statt dich in die schwierige Geschichte des Landes zu vertiefen, kannst du aber auch einen Ausflug in den Nationalpark Ojców nördlich von Krakau machen und dir die frische Luft der Krakau-Tschenstochauer Jura um die Nase wehen lassen.

Egal, wie lange du dich in Krakau aufhältst, du wirst die Stadt sofort ins Herz schließen. Dazu trägt die harmonische Gestaltung der Stadt bei, aber auch die gute Stimmung, die die Bewohner verbreiten. Durch die Stadt kannst du dich wunderbar zu Fuß bewegen, es gibt aber auch zahlreiche Straßenbahn- und Buslinien, die dich unkompliziert an jeden gewünschten Ort innerhalb und außerhalb Krakaus bringen. Und wenn du einmal dort warst, wirst du sicher wiederkommen wollen.