Industriemuseum Rialia Bilbao Geschichte der Industrie erleben

Fred Romero | CC BY 2.0)

Das Industriemuseum Bilbao beschreibt eine Entwicklung, die Mitte des 19. Jahrhunderts ihren Ursprung nahm und als Prozess noch heute andauert. Das Museum macht die Geschichte einer Industrie, aber auch einer Landschaft erfahrbar und zeigt die damit verbundenen sozialen Veränderungen auf.

Das Industriemuseum Rialia

Das Industriemuseum Bilbao zeichnet diese historische Entwicklung und den daraus resultierenden Strukturwandel nach. Dabei macht es diese Entwicklung nicht nur als industriellen Prozess, sondern auch als Entstehung einer Landschaft erfahrbar. Im Zentrum stehen die Protagonisten der Industrie und der Landschaft: die Arbeiter. Die Ausstellung beschreibt die wichtige Rolle der Infrastruktur, die nicht nur der industriellen Entwicklung, sondern auch der Erschließung der Landschaft durch den Menschen diente. Das Industriemuseum Bilbao betrachtet die beschriebene Entwicklung im Spiegel der Kunst: Einen großen Teil der Exponate stellen Gemälde dar.

Darüber hinaus präsentiert die Ausstellung Modelle, Gussprodukte, Werkzeuge etc. Einen Bereich reserviert das Industriemuseum Bilbao für temporäre Ausstellungen zu industriellen bzw. nautischen Themen oder, um lokalen Künstlern Raum und Aufmerksamkeit zu geben. Das Industriemuseum Bilbao versteht sich als einen Ort der Vergangenheit, Kultur und Kunst, der seinen Blick in die Zukunft richtet.

Lage und Gebäude

Direkt am Wasser und unweit des Hafens befindet sich das Industriemuseum Bilbao in einem Solitär aus Backstein in exponierter Lage. Der Standort entspricht außerordentlich gut der Thematik des Museums, das gleichzeitig in Sichtweite der Biskaya-Brücke (Schwebefähre) liegt. Dieses Meisterwerk der Ingenieursbaukunst gilt als Symbol der industriellen Revolution im Baskenland.

Biskaya-Brücke Neticola | CC BY-ND 2.0)
Biskaya-Brücke Neil Cummings | CC BY-SA 2.0)

Die Landschaft

Der Fluss Nervión trifft in Höhe von Bilbao auf das Meerwasser der Biskaya, welches die breite Flussmündung hinaufströmt. Diese Art tiefe Meeresbucht heißt Ria, sodass der Flussabschnitt bis zum Meer den Namen "Ría de Bilbao" trägt. Die Breite und Tiefe des Flusses ermöglichte seit jeher den Schiffsverkehr ins Landesinnere.

Der historische Hintergrund

Schon die Römer kannten die reichen Eisenerzvorkommen, die über Jahrhunderte den wichtigsten Rohstoff in der Region darstellten. Die Stadt Bilbao geht auf eine Ansiedlung von Eisenschmieden zurück. Mit der Industrialisierung nahm die Bedeutung dieser Erzvorkommen rasant zu, da sie die Gründung von Eisenwerken ermöglichten. Aufgrund der verkehrstechnisch günstigen Lage wuchs der Hafen und große Werften entstanden, die vielen Menschen Arbeit boten. Diese Entwicklung begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und resultierte in einem ansteigenden Export sowie wirtschaftlichem Wohlstand für die Stadt, die somit zum Zentrum der gesamten Region aufstieg. Diese Prosperität legte wiederum die Grundlage für ein ausgeprägtes Bankwesen. Gleichzeitig veränderte diese industrielle Entwicklung die "Ría de Bilbao": Nahe der Meeresmündung entstand ein neuer Hafen, die Schwerindustrie prägte die Flussufer und zahlreiche Arbeitersiedlungen entstanden. Die Schwerindustrie und die Siedlungen der Hafenarbeiter entwickelten sich auf der linken Uferseite - die gut situierte Bevölkerung wohnte ausschließlich am rechten Ufer. Die Industriekrise in den 1970er- und 1980er-Jahren zwang die Stadt zu tief greifenden Veränderungen: Heute liegen die wirtschaftlichen Grundlagen im Dienstleistungs- und Tourismussektor. Um die Stadtbereiche entlang des "Ría de Bilbao" besser zu integrieren und als einen Teil der Stadt erfahrbar zu machen, konzipierten Stadtplaner zwei U-Bahn-Linien in den 1990er-Jahren.

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