Granada Orientalischer Flair in Südspanien

Spanien
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Das ist Granada

Granada ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im südspanischen Andalusien. Die knapp 250.000 Einwohner zählende Stadt liegt auf gut 700 Meter Höhe am Zusammenfluss von Darro und Genil. Die Stadt wuchs im Laufe der Jahre aus zwei ehemaligen Stadtkernen zusammen. Granada befindet sich am Fuße der Sierra Nevada, deren Berge bis knapp 3.500 Meter Höhe reichen. In Granada erleben sie orientalisches Flair unweit der Costa del Sol.

Sehenswürdigkeiten in Granada

Granada ist eine der vielseitigsten und interessantesten Städte in Spanien. Sie ist für ihre zahlreichen und einzigartigen Bauwerke aus der maurischen Zeit sowie aus der Epoche der Renaissance und Gotik über die Landesgrenzen hinaus berühmt.

Alhambra, Generalife, Alcazaba

Die Alhambra ist die berühmteste Sehenswürdigkeit von Granada. Sie thront auf dem begrünten Plateau der Sabika hinter imposanten Mauern und ist die einzige erhaltene maurische Palastanlage ihrer Art in Andalusien. Der Palast (Alhambra), die Festung (Alcazaba) und die traumhaften Gärten (Generalife) ziehen jedes Jahr unzählige Besucherströme in ihren Bann. Der Bau der Alhambra geht bereits auf das 13. und 14. Jahrhundert zurück und diente den maurischen Königen der Nasriden-Dynastie als Wohnsitz. Eindrucksvoll sind vor allem die Stuckdecken der Alhambra sowie der Löwenbrunnen.

Der wundervolle maurische Garten Generalife befindet sich oberhalb der Alhambra. Herrlich anzusehen ist vor allem das Wasserspiel im Patio de la Acequia. In Generalife hatte der Emir seine sommerliche Residenz. Auf dem Gelände der Alhambra kann auch das Museo de Bellas Artes de Granada sowie das Museo de la Alhambra besichtigt werden. Die Alhambra und auch Generalife wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Der Andrang an Besuchern ist vor allem in der Hauptsaison sehr groß, so dass man die Eintrittskarten vorab bestellen sollte. Führungen durch die Alhambra werden für etwa 50 Euro pro Person in den Sprachen Spanisch und Englisch angeboten.

Zentrum Granadas

Im Zentrum von Granada befindet sich die imposante Kathedrale. Das fünfschiffige Gotteshaus zählt zu den wichtigsten, im Renaissance-Stil errichteten, Bauten des Landes. Die mit Skulpturen verzierte Fassade der großen Kapelle mit dem Namen "Capilla Mayor" sowie die Kapellen an den Seiten gehören zu den eindrucksvollsten Elementen des Kirchengebäudes.

Rundum finden sich weitere Zeugnisse der maurischen Zeit, wie die ehemalige Karawanserei (Corral de Carbón), welche heute die Touristeninformation beherbergt, sowie der alte Seidenmarkt.

Unmittelbar neben der Kathedrale steht die Königskapelle „Capilla Real“. Sie wurde im Jahr 1521 erbaut und beherbergt die Grabmäler der katholischen Könige. Hier ruhen unter anderem Philipp der Schöne, Johanna von Kastilien, sowie Ferdinand II. und Isabella von Kastilien.

Nicht weit von der Kathedrale und vom Capilla Real entfernt steht das Börsengebäude. Es wurde im 16. Jahrhundert erbaut und weist eine Fassade im plateresken Architekturstil der spanischen Renaissance auf. Ein schöner Blickfang ist auch das Kartäuserkloster La Cartuja aus dem Jahr 1515. Hier gibt es eine wertvolle Sammlung der Künstler Juan Sánchez Cotán und Bocanegra zu bewundern. Auch die Sternwarte von Granada zieht die Besucher magisch an.

Stadtteil Albaicín

Absolut sehenswert in Granada ist der Stadtteil Albaicín. Kleine hübsche Gassen und weiß getünchte Häuser bestimmen das Bild des ältesten und schönsten Stadtteiles Granadas. Albaicín befindet sich oberhalb der Ortschaft und bietet einen atemberaubenden Blick auf die gegenüberliegende Alhambra. Zu den sehenswerten Ausflugszielen gehören die Kirchen San Cristobal und San Nicolas sowie die Moschee der Stadt. Auch das archäologische Museum in der Casa del Castril ist einen Abstecher wert. Albaicín, das einstige maurische Wohngebiet, gehört ebenfalls zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Banuelo

Nicht weit von Albaicín entfernt ist das „Banuelo „zu finden. El Banuelo ist ein ca. 1.000 Jahre altes historisches Badehaus in der Carrera dal Darro, welches dienstags bis samstags von 10.00 bis 14.00 Uhr besichtigt werden kann. Er zählt zu den historischen Badeanstalten in der Stadt und ist noch immer sehr gut erhalten.

Stadtteil Sacromonte

Auch der Stadtteil Sacramonte ist ein interessantes Viertel in Granada. Sacramonte liegt neben Albaicín und diente im 19. Jahrhundert vor allem den Sinti und Roma als Wohnsitz. Sie lebten in sogenannten „Cuevas“. Viele der traditionellen Höhlenwohnungen in den Bergen werden sogar heute noch bewohnt. Sacramonte beherbergt zudem auch eine historische Bibliothek. Die Abadía del Sacromonte liegt auf dem heiligen Berg. Die Sammlung bedeutender religiöser Kunstwerke sowie verschiedene Gebäudeteile können im Rahmen einer Führung besichtigt werden

Im Süden Granadas

Auch im südlichen Teil Granadas gibt es viel zu entdecken. Neben dem Kongresspalast und dem Jagdschlösschen der Almohaden, einer muslimischen Berber-Dynastie, ist auch der Wissenschaftspark (Parque de las ciencias) einen Besuch wert. Hier können die Besucher den physikalischen Phänomenen auf den Grund gehen und immer wieder Neues lernen.

Kulturzentrum

Granada verfügt auch über ein Kulturzentrum. Es befindet sich in der einstigen Sommerresidenz der Familie Garcia Lorca. Die Huerta de San Vicente liegt im Garcia Lorca Park und ist noch heute mit den Möbeln des bekannten Dichters ausgestattet.

Um alle Sehenswürdigkeiten zu besuchen, ist ein Tagesausflug viel zu wenig. Erlebnishungrige Gäste, die auf den Spuren der maurischen Zeit wandeln möchten, sollten dafür genügend Zeit einplanen. Die Touristen können sich vom Zauber dieser faszinierenden Stadt gefangen nehmen lassen und sich von einem historischen Platz zum nächsten tragen lassen. Bei all diesen Besichtigungen sollte man nicht versäumen, das Leben in der Stadt mit ihren zahlreichen Restaurants und Bodegas zu genießen.

Wann ist die beste Reisezeit für Granada?

Klima

Trotz seiner südlichen Lage hat Granada durch die Höhe bedingt ein sehr extremes Klima. Für andalusische Verhältnisse kann es hier im Winter sehr kalt werden, die Sommer hingegen sind extrem warm. Die angenehmste Reisezeit ist daher im Frühjahr und Herbst.

Feste und Feiern

In Granada wird gerne und ausgiebig gefeiert. Eigentlich spielt es kaum eine Rolle, wann Besucher nach Granada kommen, irgendwelche Feste und Feierlichkeiten werden sie in der lebendigen, frohen, bunten Stadt gewiss erleben.

Gleich nach dem Neujahrsfest beginnt in Granada der Reigen der Feste mit dem 2. Januar, an dem die Rückeroberung Spaniens durch die katholischen Christen und die Machtübergabe der maurischen Herrscher an die katholischen Könige gefeiert wird.

Den Höhepunkt religiöser Feierlichkeiten bieten jedoch die Karwoche und das Osterfest. In der sogenannten Semana Santa finden zahlreiche Prozessionen und Straßenfeiern statt. Gerade die schöne, urwüchsige Altstadt von Granada trägt zu einer Stimmung bei, der sich kein Anwesender entziehen kann.

Anfang Mai wird das Fest der Heiligen Kreuze, las Cruces de Mayo, gefeiert. Riesige geschmückte Kruzifixe werden dann durch die Straßen und Gassen getragen. Die Stadt schmückt sich mit Blumen und auf den Straßen von Granada wird getanzt.

Im Mai oder Juni jeweils findet das andalusische Fest, Feria de Corpus Christi, statt. Trotz des religiösen Hintergrundes ist auch dieses Fest ein ausgelassener Reigen von Festen, Stierkämpfen, Veranstaltungen und kleinen Festivals.

Neben den vielen religiösen Festen findet in Granada noch im November jährlich das große Jazzfestival statt. Zu Zeiten der großen Feste sollten in Granada rechtzeitig Unterkünfte gebucht werden.

Welche kulinarischen Besonderheiten gibt es in Granada?

Charakteristisch für die granadische Küche ist die Verwendung von Olivenöl und reichlich Knoblauch. Aus maurischer Zeit stammen die typischen Gewürze der andalusischen Küche wie Pfeffer, Zimt, Muskatnuss, Kreuzkümmel und Safran.

Gewürzstand in Granada

Granada ist berühmt für seinen frittierten Fisch, Meeresfrüchte, Krusten- und Schalentiere, luftgetrockneten Schinken, den Gazpacho und Eierspeisen. Ein spanischer Klassiker ist die Tortilla, ein Omelette aus Eiern und Kartoffeln, das vielfach variiert werden kann.

Eine für den heißen Sommer typische Spezialität von Granada ist der Gazpacho, eine Suppe aus Öl, Knoblauch, Tomaten, Paprika und Gurken, die mit Weißbrotwürfeln eiskalt und in zahllosen Abwandlungen serviert wird. Gambas de Huelva sind besonders gut und frisch, da sie nicht mit dem Treibnetz gefangen werden. Nicht weniger berühmt ist der Bratfisch (pescado frito), der an Frittierständen verkauft wird.

Die luftgetrockneten Schinken von Granada sind eine Delikatesse. Der Zusatz "jamón ibérico de bellota" garantiert, dass die Schinken von frei lebenden Schweinen der Rasse "cerdo ibérico" stammen, die sich von Eicheln ernähren. "Jamón serrano" ist zwar auch luftgetrocknet, kann aber von Schweinen aus Mastbetrieben stammen.

Schinken jamon iberico

Das bekannteste spanische Gericht, auch in Granada, ist die Paella, ein Reisgericht mit Meerestieren, Muscheln, Fleisch und viel Safran.

Orangen-, Mandarinen- und Zitronenbäume gibt es in Granada reichlich. Auch Feigen, Datteln, Mandeln und Pinienkerne sind überall erhältlich.

Süßes Gebäck ist sowohl zum Dessert als auch zwischendurch sehr beliebt, wobei die meisten auf maurischen Ursprung zurückgehen. Als Nachspeise werden oft Flan (Pudding mit Karamelsoße) und süße Eidotter angeboten. Früchte und Eistorten (tarta helada) sind eine Alternative. Eine sehr üppige Spezialität sind Churros con chocolate, frittiertes Gebäck aus Brandteig, das in heiße Schokolade getunkt und vor allem zum Frühstück gegessen wird.

Churros

Fortbewegung in der Stadt

Vom Stadtzentrum aus kann der Besucher zahlreiche Sehenswürdigkeiten unkompliziert zu Fuß oder mit Mikrobussen erreichen. Zur Besichtigung der Anlage Generalife oder der Alhambra empfiehlt es sich von der Gran Vía de Colon oder ab Puerto Real in den Mikrobus einzusteigen. Auch eine Anreise mit dem Auto ist möglich, da die Anlagen hervorragend an das Straßennetz angebunden sind. Von der A44 kann auf die A 395 in Richtung Sierra Nevada gefahren werden. Vor Ort können dann kostenpflichtige Parkplätze genutzt werden.

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